Blutspende: So einfach kann man Leben retten

Viele Menschen sind täglich auf Blut von Spendern angewiesen. Bei verschiedenen Erkrankungen und nach Unfällen wird es dringend benötigt.

Auf einen Blick

  • Wer Blut spendet, hilft Menschen, die das Blut aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls dringend benötigen.
  • Neben der Vollblutspende ist es auch möglich, nur gezielt einzelne Blutbestandteile zu spenden, beispielsweise Plasma oder Thrombozyten.
  • Gesunde Erwachsene, die mehr als 50 Kilogramm wiegen, kommen generell für die Spende infrage.
  • Potenzielle Spenderinnen und Spender werden vor jeder Blutentnahme untersucht.
  • Um Kreislaufproblemen während oder nach der Blutspende vorzubeugen, sollte man vorher ausreichend trinken und essen.
  • Auch die Spender können von der Blutspende profitieren.

Wie läuft eine Blutspende ab?

Vorbereitung auf die Spende
Im Vorfeld sollten Sie ausreichend essen und trinken, damit der Körper gestärkt ist. Es ist insbesondere wichtig, etwas mehr zu trinken als gewöhnlich – aber keine alkoholischen Getränke. Außerdem sollte nicht zu fettreich gegessen werden. Zur Blutspende muss ein gültiger Ausweis im Original mitgebracht werden. Bei der Anmeldung werden Ihre persönlichen Daten aufgenommen.

Fragebogen und Untersuchung
Nach der Anmeldung füllen Sie den Spenderfragebogen aus. Darin werden Sie aufgefordert, umfassende Angaben zu Ihrer Gesundheit zu machen. Anhand dieser Informationen wird festgestellt, ob Sie für eine Blut- oder Plasmaspende geeignet sind.

Anschließend wird ein kleiner Tropfen Blut aus der Fingerkuppe oder dem Ohrläppchen entnommen. Damit wird der Hämoglobinwert bestimmt. Hämoglobin – auch bekannt als roter Blutfarbstoff – wird im Körper für den Sauerstofftransport und die Neubildung roter Blutkörperchen benötigt. Der Hämoglobinwert muss hoch genug sein, damit das Blut auch während und nach der Blutspende genug Sauerstoff zu den Organen transportieren kann.

Danach werden Sie ärztlich untersucht. Dabei werden Blutdruck, Puls und Körpertemperatur gemessen. Eine Ärztin oder ein Arzt bespricht den Fragebogen mit Ihnen und teilt Ihnen mit, ob Sie Blut spenden dürfen.

Mit einem vertraulichen Selbstausschluss können Sie unmittelbar vor der Spende entscheiden, ob das Blut oder Plasma zu einem späteren Zeitpunkt weitergegeben werden darf.

Spende
Bei einer Vollblutspende wird etwa ein halber Liter Blut aus der Armbeuge entnommen. Dies dauert nur etwa 5 bis 10 Minuten. Bei anderen Arten der Spende (Plasma, Thrombozyten) werden bestimmte Blutbestandteile von einem Zellseparator- oder einem Plasmapherese-Gerät vom Rest des Blutes getrennt und gesammelt. Die übrigen Blutbestandteile fließen dann wieder in den Körper zurück. Dies dauert zwischen 30 und 90 Minuten. Bei allen Arten von Blutspenden wird steriles Einwegmaterial verwendet. Daher ist eine Infektion auf diesem Wege ausgeschlossen.

Verhalten nach der Spende
Sie sollten sich nach der Spende für mindestens eine halbe Stunde ausruhen, etwas essen und trinken. Stehen Sie erst auf, wenn Sie sich dazu in der Lage fühlen. Den restlichen Tag sollten Sie ruhig angehen. Üben Sie keine Tätigkeiten aus, bei denen Sie durch einen Schwächeanfall sich selbst oder andere gefährden könnten.

Stress im Dienst: 10 Anti-Nasch-Tipps

Und wieder kaum was gegessen? Nur einen Schokoriegel im Stehen, einen Fruchtjoghurt und ein kleines Käsebrötchen kurz vor der Visite?

Das Perfide am Zwischendurchessen: Man isst meistens stark Fett- und Zuckerhaltiges, hat aber am Ende nie das Gefühl, richtig gegessen zu haben und satt zu sein. Diese 10 Tipps und ein wenig Selbstdisziplin helfen, trotz Stress ohne Naschen durch den Dienst (und den Tag) zu kommen.

Tipp 1: bewusste Pausen statt Intervallfasten
Beim Intervallfasten wird noch länger, meist für 14 bis 16 Stunden, auf jegliche Energiezufuhr verzichtet. Doch anders als es der Hype um das Thema nahelegt, ist es längst nicht für jeden gesund. So zeigen neuere Untersuchungen, dass Intervallfasten beispielsweise kein pauschal sinnvoller Weg zur Gewichtsreduktion ist.
Auch für jene, die morgens Energie brauchen, um in Schwung zu kommen, oder die drei regelmäßige Mahlzeiten benötigen, um eine Unterzuckerung zu vermeiden, eignet es sich kaum. Allen, die wie Pflegekräfte einen sehr anstrengenden Beruf haben, ist Intervallfasten ebenfalls eher nicht zu empfehlen. Bewusste Pausen zwischen den Mahlzeiten zu lassen, diese Auszeiten zu trainieren und dem Darm eine Nachtruhe zu gönnen, wirkt sich sehr viel schneller positiv auf die Gesundheit aus.

Tipp 2: Ruhe in den Verdauungstrakt bringen
Statt zwischendurch hastig zu snacken, nutzen Sie die Pause in einer Schicht, um ganz bewusst eine gesunde Mahlzeit zu essen – eine, die Sie wirklich satt macht. Versuchen Sie danach, für drei bis vier Stunden auf weitere Kalorien zu verzichten. Denn in dieser Zeit putzt sich Ihr Darm regelrecht einmal durch – und das ist wichtig für Ihre Gesundheit. Bei längeren Pausen über Nacht finden diese Vorgänge noch gründlicher statt: Dann werden Reparaturprozesse in Gang gebracht und Entzündungen reduziert. Zwölf bis dreizehn Stunden Nachtruhe sind ideal für den Darm – kurz vor dem Schlafengehen noch ein paar Nüsse zu knabbern oder ein Glas Wein zu trinken, bringt ihn hingegen aus dem Takt.

Tipp 3: ein Trick für mehr Selbstfürsorge
Sie sind warmherzig, empathisch und kümmern sich aufopferungsvoll um andere? Sich selbst nehmen Sie dagegen weit weniger wichtig? Dann kann Ihnen ein psychologischer Umweg helfen, gerade mithilfe Ihrer Nächstenliebe auch für das eigene Wohlbefinden zu sorgen: Betrachten Sie einfach die Bakterien, die millionenfach in Ihrem Darm wohnen, von heute an als Ihre Freunde – Freunde, die Sie mit allem, was gut für sie ist, verwöhnen möchten. Servieren Sie ihnen Gesundes (s. Tipp acht bis zehn) und gönnen Sie ihnen nach jeder Mahlzeit ein bisschen Ruhe.

Tipp 4: Obst und Gemüse machen genauso glücklich wie Industriezucker
Zucker wird von der Nahrungsmittelindustrie gern verwendet, weil wir evolutionär darauf gepolt sind, so viel Süßes wie möglich zu essen. In früheren Zeiten hat uns diese Vorliebe für süße Lebensmittel das Überleben in kargen Wintern gesichert. Heutzutage hat ein hoher Zuckerverzehr eher Diabetes, Übergewicht und das metabolische Syndrom zur Folge. Daher ist es sinnvoll, den Konsum solcher Industrieprodukte auf ein Minimum zu reduzieren und weitestgehend auf raffinierten Zucker zu verzichten.

Tipp 5: natürlich statt light
Die Konsistenz und der Geschmack von Zucker lassen sich gut mit Früchten ersetzen, beispielsweise mit Bananen im Eis oder Datteln und Mandeln im Kuchen. Um Zuckerersatzstoffe sollten Sie hingegen einen Bogen machen: Sie können das Mikrobiom des Darms verändern und das Gehirn täuschen. Der Kopf registriert, dass etwas Süßes gegessen wurde, der Körper schüttet Insulin aus – doch tatsächlich ist ja gar keine Glukose da. Und so kommt es erst zu einem massiven Blutzuckerabfall – und dann zu einer Heißhungerattacke, und zwar auf etwas richtig Süßes. Aus diesem Grund wirken kalorienfreie Softdrinks, Light-Produkte und Süßstoffe regelrecht kontraproduktiv. Wer sich gesund ernähren möchte, sollte sie als Erstes vom Speiseplan verbannen.

Tipp 6: die Gummibärchen überlisten
Unter Stress können wir keine wohl durchdachten Entscheidungen treffen – auch nicht über unser Essen. Überlegen Sie daher schon vor Dienstbeginn, wann Sie was zu sich nehmen möchten. Bereiten Sie das Essen gegebenenfalls vor und bringen Sie es mit zur Arbeit. Dann haben Sie später, ohne nachdenken zu müssen, automatisch etwas Gesundes zur Hand. Falls Sie bei Stress besonders leicht zu Gummibärchen & Co. greifen, entwickeln Sie Ersatzhandlungen: Gehen Sie zum Beispiel einfach an den Süßigkeiten im Stationszimmer vorbei, atmen Sie tief durch und reden Sie ein paar Worte mit einer Kollegin. Mit solchen Strategien sind Sie dem Stress weniger ausgeliefert.

Tipp 7: Teamgeist nutzen
Holen Sie Ihre Kollegen ins Boot und motivieren Sie sich gegenseitig: Wer gern backt, könnte für alle statt Kuchen auch einmal ein leckeres Vollkornbrot mitbringen, ein anderer mag vielleicht ein Nussmus herstellen und der Nächste sich um eine Guacamole kümmern. Gerade in stressigen Berufen wie der Pflege ist es umso wichtiger, den Raum zu schaffen, dass Mitarbeiter auch für sich selbst und für eine gute Ernährung sorgen können. Wenn Sie auf Ihrer Station einen Plan machen und jeder etwas beisteuert, erleben Sie das Essen zudem viel bewusster und stärken zugleich den Teamgeist. Pizza bestellen während der Nachtschicht? Auch da finden Sie gemeinsam garantiert eine gesunde Alternative wie Salat mit Vollkornbrot.

Tipp 8: Gesundes für die Mittagspause

  • Essen Sie in Ihrer Pause sättigende und vollständige Mahlzeiten. Nehmen Sie sich Zeit und genießen Sie Ihre Mahlzeit bewusst. Ideal sind mitgebrachte Speisen vom Vortag wie Gerichte aus Reis, Nudeln oder Kartoffeln, entweder aufgewärmt oder als Salat mit Gemüse, Fetakäse / Mozzarella / Halloumi, Nüssen und Kräutern oder Spinatblättern vorbereitete Suppen, die erwärmt werden können. Suppen sind für viele ein Wohlfühlessen
  • Bowls beispielsweise aus einer Getreide-Grundlage und verschiedenen Gemüsen, Hülsenfrüchten wie Kichererbsen oder weißen Bohnen, knackigen Salaten und einer leckeren Sauce – auch sie kann man fertig zubereitet mitnehmen
  • Falls Sie stattdessen in der Kantine essen: Wählen Sie am besten leicht verdauliche Gerichte mit viel Gemüse und etwas Fisch oder Fleisch und dazu einen frischen Salat. Schwere Gerichte belasten die Verdauung, was zu Müdigkeit führt.

Tipp 9: Fünf-Minuten-Snacks
Ein Snack zieht meist nach kurzer Zeit schon den nächsten nach sich, weil Schokoriegel, Kuchen etc. den Blutzuckerspiegel stark schwanken lassen. Wenn es aber doch einmal schnell gehen muss und keine Zeit für eine richtige Mahlzeit bleibt, liefern gesunde und länger anhaltende Zusatzenergie zum Beispiel Vollkornbrot belegt mit Käse, Avocado oder auch Ofengemüse-Resten vom Vortag, kombiniert mit ein paar Blättern Salat, Kräutern oder Kresse, und etwas Gemüse zum Knabbern (Karotten, Paprika, Gurke), Birchermüsli aus Haferflocken, Joghurt, Saaten, Nüssen und Früchten; sehr gut sind Blaubeeren oder andere Beerensorten, Naturjoghurt mit Nüssen und Beeren, Hummus mit Gemüsesticks zum Dippen.

Tipp 10: Wenn es ganz schnell gehen muss dann helfen:

  • eine noch leicht grüne Banane und ein Riegel dunkler Schokolade mit einem Kakaoanteil von 85 Prozent, am besten zusammen mit Nüssen; diese Kombination ist super für die Darmbakterien, die Nerven und das Wohlbefinden. Wer Milchschokolade liebt, kann stufenweise auf einen höheren Kakaoanteil umsteigen – auch hier gibt es mit der Zeit einen Gewöhnungseffekt;
  • selbst gemachte Energiekugeln aus Trockenfrüchten, Nussmus, Haferflocken, gemahlenen Nüssen und Gewürzen wie Vanille, Zimt oder Ingwer
  • Dinkelbrot-Sticks mit cremiger Avocado-Schoko-Mousse (aus Avocado, Kakaopulver, Banane und gegebenenfalls etwas Milch).

Ideale Urlaubslektüre: Sehr unterhaltsame Sachbücher

Wir haben (Sach-)Bücher für Sie rausgesucht, die sich fast so gut wie eine Netflix-Serie konsumieren lassen – und ideal sind für die Zeit zwischen Spaziergang, Strandbesuch oder Garten.

REISE MIT ZWEI UNBEKANNTEN
Zoe Brisby

Die 90-jährige energische Maxine ist aus dem Seniorenheim ausgebüxt, um ihr Ableben selbstbestimmt zu regeln. Der schüchterne Student Alex hat Liebeskummer und braucht frischen Wind. Das Schicksal führt sie über ein Mitfahrportal zusammen. In einem uralten Twingo brechen sie zu einer Fahrt durch Frankreich nach Brüssel auf. Als Maxine von der Polizei gesucht wird, beginnt ein atemloses Abenteuer – mit Blick auf die grandiose Vielfalt des Lebens.

18,00 €
ISBN: 978-3-8479-0056-6

DAS MÄDCHEN MIT DEN ZWEI BLUTGRUPPEN
Unglaubliche Fallgeschichten aus der Medizin
Martina Frei

Kaum zu glauben, dass ein Arzt während einer Notoperation den Patienten mit dem Kaugummi des Assistenten vor einer tödlichen Hirnblutung rettet. Oder dass häufige Haarwäsche zu einem Schlaganfall führen kann. Und wer würde darauf kommen, dass der blau angelaufene Körper einer jungen Frau nicht akuten Sauerstoffmangel, sondern auf die Farbe ihrer neuen Bettwäsche zurückgehen kann?
Die Ärztin und Wissenschafts-Journalistin Martina Frei erzählt in diesem Buch von seltenen, bizarren und skurrilen medizinischen Fallgeschichten, die garantiert in keinem medizinischen Lehrbuch stehen.

11,00 €
ISBN: 978-3-404-60969-7

Seit 1. Juli Pflicht: Elektronische Patientenakte (ePA)

Zum 1. Juli diesen Jahres sind Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten per Gesetz dazu verpflichtet, die elektronische Patientenakte (ePA) in der Versorgung zu unterstützen. Andernfalls droht ein Honorarabzug von einem Prozent. Zur notwendigen technischen Ausstattung zählt dabei auch der elektronische Heilberufsausweis (eHBA). Es gilt, diesen rechtzeitig zu beantragen!

Patienten haben Anspruch darauf, eine elektronische Patientenakte (ePA) zu nutzen. Darin können z. B. Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen, Behandlungsberichte, das zahnärztliche Bonusheft oder der Impfausweis aufbewahrt werden. Damit erhalten Patienten erstmals einen transparenten Überblick über ihre Gesundheitsdaten.

Die Nutzung der ePA ist für die Patienten freiwillig und kostenfrei.

Demenz: Welcher Umgang ist richtig?

Es beginnt schon mit der Integrierung Demenzkranker in die Gesellschaft. Man sollten mehr Teil dieser werden. Die Gesellschaft sollte mehr Empathie und Solidarität für Menschen mit Demenz haben. Demenz ist nicht heilbar, aber der Umgang damit ist auch nicht unmöglich. Die Gesellschaft ist von Rationalität, Verständnis von Autonomie und zunehmend auch von Algorithmen geprägt. Menschen mit Demenz passen somit schwer in die Gesellschaft rein. Doch wie genau sieht der richtige Umgang damit aus?

Demenzerkrankten kann man damit begegnen, indem man ihre Emotionen und ihre besondere Wahrnehmungsfähigkeit anerkennt und von ihnen lernt. Man sollte versuchen Menschen mit Demenz zu verstehen. Dies kann zum Beispiel erfolgen, indem man den Menschen mit Demenz immer noch als einen erwachsenen Menschen ansehen und ihm mit Empathie und Augenhöhe begegnen.

Sicher ist, dass die Kommunikation mit Demenz zunehmend schwer fällt, doch diese kann man vereinfachen. Allein die Verwendung von einfacher und eindeutiger Sprache und die Wiederholung von wichtigen Informationen kann da schon helfen. Komplexe Sätze und Metaphern oder Ironie und Sarkasmus werden von Menschen mit Demenz nicht verstanden. Auch bei Fragen sollte man darauf achten, diese auf ein Minimum an Alternativen zu beschränken und vermehrt Ja-Nein-Fragen zu stellen. Menschen mit Demenz brauchen Zeit für eine Antwort. Kritik, Korrekturen oder Diskussionen hinterlassen meist keinen positiven Effekt, da es zur Frustration führen kann. Nonverbale Kommunikation unterstützt allerdings den positiven Effekt.

Die Beanspruchung des Körpers und Erinnerungen wecken sind gute Mittel zur Förderung und Forderung der Demenzerkrankten. Dies kann beispielsweise mithilfe von Musik erfolgen. Durch die Wiederholung von alltäglichen Handlungen erhält der Mensch mit Demenz Selbstständigkeit. Ebenso kann das Pflegen sozialer Kontakte dazu führen, dass die Selbstständigkeit dadurch trainiert wird und Erlerntes länger behalten bleibt. Die Erschaffung von Struktur und Routinen kann dem Menschen mit Demenz eine große Hilfe in der Bewältigung des Alltages sein.

Trotzdem ist es wichtig auch auf sich selbst zu achten und sich selbst nicht zu übernehmen. Wenn es nötig ist, sollte man regelmäßig eine Auszeit von der Pflege nehmen oder sich von einem Pflegedienst unterstützen zu lassen.

REZEPTE VOM ARZT: Was ist der ICD-Code?

Der ICD-Code ist ein weltweit anerkanntes System, mit dem medizinische Diagnosen einheitlich benannt werden. ICD steht für „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems”, zu Deutsch und vereinfacht: „Internationale Klassifikation der Krankheiten“. Derzeit gilt die Version ICD-10. Im Januar 2022 wird die neue Version ICD-11 mit einer 5-jährigen Übergangsfrist in Kraft treten.

Auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und weiteren medizinischen Dokumenten geben Ärztinnen und Ärzte ICD-Codes an, um Diagnosen einheitlich zu benennen. Der offizielle ICD-Diagnoseschlüssel ist in einer Fachsprache verfasst, die für Nichtmediziner schwer zu verstehen ist.

Wofür stehen die Buchstaben und Ziffern?

Der ICD-Code ist nach einer festgelegten Struktur aufgebaut, bei der jede Stelle ihre Bedeutung hat. Der Buchstabe am Anfang und die folgenden zwei Ziffern geben die Hauptkategorie einer Diagnose an, zum Beispiel steht J45 für „Status asthmaticus“, also Asthma. Mit zusätzlichen Ziffern nach einem Punkt lässt sich die Diagnose genauer benennen: So verweist J45.0 auf „Vorwiegend allergisches Asthma bronchiale“ und J45.1 auf „Nichtallergisches Asthma bronchiale“.

Was bedeuten die Zusatzkennzeichen L, R, B und A, G, V, Z?

Hinter dem ICD-Code können Zusatzkennzeichen angegeben sein. Diese Buchstaben geben weitere Informationen:

Die Zusatzkennzeichen R (Rechts), L (Links) und B (Beidseitig) stehen für die betroffene Körperseite. Damit können Ärztinnen und Ärzte zum Beispiel bei einem Kreuzbandriss angeben, ob das linke, das rechte oder beide Knie betroffen sind.

Die Zusatzkennzeichen A (Ausgeschlossene Diagnose), G (Gesicherte Diagnose), V (Verdachtsdiagnose) und Z (Zustand nach der betreffenden Diagnose) stehen für die Diagnosesicherheit. Damit können Ärztinnen und Ärzte beispielsweise angeben, ob ein Kreuzbandriss gesichert nachgewiesen oder – ganz im Gegenteil – ausgeschlossen wurde.

Wozu dient die Diagnose-Verschlüsselung?

Mit dem ICD-Code (auch: ICD-Diagnoseschlüssel) kann jede Erkrankung weltweit einheitlich zugeordnet werden. In Deutschland sind Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, ihre Diagnosen nach ICD-10-GM zu verschlüsseln. Die Kodierung nach ICD-10-GM dient zur Dokumentation der Arbeitsunfähigkeit und zu Abrechnungszwecken. Das „GM“ steht für „German Modification“: Das ist eine auf die Erfordernisse des deutschen Gesundheitswesens angepasste Fassung der international gültigen Version ICD-10-WHO. Sie ist eng an die Fassung der WHO (Weltgesundheitsorganisation) angelehnt, um internationale Vergleiche und Studien zu ermöglichen.

Zusätzlich wird in Deutschland die internationale Fassung ICD-10-WHO angewendet: Seit 1998 dient diese in Deutschland der Verschlüsselung von Todesursachen und bildet die Basis für eine international vergleichbare amtliche Todesursachenstatistik.

Ausländische Pflegekräfte: In 4 Schritten zur Integration

Bevor ausländische Pflegekräfte deutsche entlasten können, muss Integration gelingen – und das macht erst mal Arbeit. Wir begleiten Sie und Neuankömmlinge dabei zusammenzufinden – auch dann, wenn es knirscht.
Neuer Kontinent, neue Sprache, neue Kultur, neue Stadt, neues Team, neues Berufsverständnis – aber noch keine Berufsanerkennung, keine Freunde, keine Familie: Für Pflegefachkräfte, die im Ausland angeworben werden, um den Personalmangel in Deutschland zu lindern, sind die ersten Monate oft ein harter Aufschlag. Aber auch die Teams, in die die ausländischen Pflegekräfte kommen, und die sich Arbeitsentlastung erhoffen, müssen für die Integrationsarbeit fit gemacht und begleitet werden.

1. Der Weg zur offiziellen Anerkennung
2. Die „Geling-Brille“ aufsetzen: Coaching der Arbeitskollegen
3. Resilienz: Kommunikative Kompetenz ausländischer Pflegekräfte stärken
4. Sprache: Training beginnt für ausländische Pflegekräfte noch im Herkunftsland

Damit dieses sicher gelingt, haben wir für alle Punkte die richtige Lösung, damit die Integration in Ihre Einrichtung möglichst reibungslos gelingt.

Sind Pflegekräfte also die neuen Top-Verdiener?

Das auf keinen Fall. Denn das vom Statistischen Bundesamt errechnete Bruttogehalt berücksichtigt die Zulagen für Schichtdienst und Sonn- und Feiertagsarbeit (nur die Sonderzulagen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld sind nicht mitgerechnet). Die Zulangen variieren in der Regel zwischen 200 und 400 Euro. Der Vorsprung beim Gehalt besteht in vielen Fällen also nur, weil Pflegekräfte auch zu sehr ungewöhnlichen Zeiten wie Weihnachten und Sonnabendnacht arbeiten. Zwar gibt es auch in einigen anderen Branchen Schichtarbeit. Doch nirgends ist sie so verbreitet wie im Pflegeberuf.

Weniger Pflegekräfte infizieren sich mit Corona

Die Altenpflege hat es bisher am härtesten getroffen: Hier haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie 32.547 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (auch in Hauswirtschaft et.) angesteckt. In den Pflegeheimen waren 30.561 betroffen, in den ambulanten Diensten 1.986. In der Altenpflege gibt es deutlich mehr Todesfälle durch Covid unter den Beschäftigten: 79 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind gestorben, 18 sind es in Krankenhäusern und Reha-Kliniken.

Woher der große Unterschied bei der Todesrate rührt? Möglicherweise gibt es in der Altenpflege mehr Beschäftigte mit Vorerkrankungen – jedenfalls mehren sich seit einigen Jahren Auswertungen von verschiedenen Krankenkassen, die zeigen, dass Altenpflegekräfte besonders häufig wegen Krankheit ausfallen und Frühverrentungen häufiger vorkommen als in anderen Berufen.

Bei den Mitarbeitern in den Pflegeheimen scheint sich die Situation jetzt zu verbessern: Zwischen Ende Januar und Ende Februar ist die Zahl der infizierten Beschäftigten noch einmal  ordentlich gestiegen. Die Steigerungen von Ende Februar bis Ende März sind aber deutlich geringer, ein Trend der sich im April fortsetzte. Das gleiche gilt für die Beschäftigten in den Krankenhäusern (und Reha-Kliniken).

Allmählich zeigen also die Corona-Impfungen Wirkung – zumal die Impfskepsis in der Altenpflege abgenommen hat.

Surfen, chatten, skypen – WLAN im Pflegeheim

Ein eigener Internetzugang steht nicht erst seit Corona ganz oben auf der Wunschliste bei der Auswahl eines Heimplatzes.
Vor allem neue Bewohner nutzen dabei das Internet fast so selbstverständlich wie jüngere Leute. Von den über 70-Jährigen wissen wir, dass 45% täglich das Internet nutzen. Bei den 60- bis 69-Jährigen sind es sogar gut 79%.
Es kommt aktuell also eine neue Generation Bewohner in die Heime, für die eine Internetnutzung ein fester Bestandteil des täglichen Lebens ist und sie dieses für Kommunikation, Unterhaltung aber auch Onlinebanking nutzen.

Um eine digitale Grundversorgung jedoch erfolgreich umsetzen zu können, sind folgende Schritte mindestens notwendig:

1. Jedes Alten- und Pflegeheim braucht WLAN für seine Bewohnerinnen und Bewohner

2. Digitale Geräteausstattung in Alten- und Pflegeheimen sicherstellen

3. Einheitliche Software für den Einstieg ins Internet bereitstellen

4. Erste Schritte ins Internet begleiten

5. Digitale Kompetenz in der Pflegeausbildung sichern

Mehr zum Thema finden Sie hier in einer Stellungnahmen des BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V..

Joko gegen Klaas zeigen Pflegealltag live

Unter dem Hashtag #NichtSelbstverständlich fand gestern auf ProSieben eine kleine Sensation statt. Die bekannten Moderatoren Joko und Klaas gewannen in der Show “Joko und Klaas gegen Pro7” 15 Minuten Sendezeit – eigentlich. Denn was folgte, war ein ungefilteter Einblick in den Alltag einer Pflegekraft über 7 Stunden! Ausgestattet mit einer Bodycam waren die Zuschauer live dabei, von der Ankunft im Parkhaus bis zur tatsächlichen Pflege schwerstkranker Menschen. Die gesamte Arbeitsschicht war man hautnah dabei, wenn Patienten ver- und umsorgt wurden.

Während der Show gab es immer wieder Sequenzen von Pflegekräften in ganz Deutschland, die zur aktuellen Situation Stellung nahmen und auf die dramatischen Umstände ihres Jobs aufmerksam machten.

Uns hat dieser Einblick nachhaltig beeindruckt und uns noch einmal mehr die Verantwortung bewusst gemacht, die wir alle in dieser Branche tragen. Wir hoffen, dass nun auch von der Bundesregierung Taten folgen; Joko und Klaas ist damit aber ein Platz in der TV-Geschichte gewiss.

Pflegeleistungen beantragen: So geht’s!

Wer pflegebedürftig wird, kann Leistungen der Pflegeversicherung beantragen. Doch welche Schritte sind dabei zu beachten? Wo können sich Pflegebedürftige und ihre Angehörigen beraten lassen? Wir geben Antworten:

Auf einen Blick

  • Leistungen der Pflegeversicherung können bei der Pflegekasse beantragt werden. Diese ist bei der Krankenkasse angesiedelt.
  • Wer privat pflegeversichert ist, kontaktiert das Unternehmen, bei dem die Versicherung abgeschlossen wurde.
  • Wer einen Antrag auf Pflegeleistungen stellt, hat Anspruch auf eine umfassende Pflegeberatung.
  • Beraten lassen können sich auch pflegende Angehörige und zum Beispiel ehrenamtliche Pflegepersonen, sofern die pflegebedürftige Person zugestimmt hat.
  • Der Online-Pflegeleistungshelfer des Bundesministeriums für Gesundheit bietet einen Überblick zu möglichen Leistungen.

Pflegeversicherung: Das Recht auf Pflegeleistungen
Damit Pflegebedürftige gut versorgt werden können, haben sie Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung. Diese Leistungen müssen beantragt werden. Pflegebedürftige, ihre Angehörigen oder auch andere an der Pflege Beteiligte haben verschiedene Möglichkeiten, um sich über die Pflegeleistungen zu informieren.

Pflegeleistungen beantragen: Erste Schritte
Wer Leistungen der Pflegeversicherung beziehen will, sollte zunächst Kontakt zur Pflegekasse oder zu einem Pflegestützpunkt in der Nähe aufnehmen. Die Pflegekasse ist bei der Krankenkasse angesiedelt. Pflegebedürftige oder auch jemand, der dazu bevollmächtigt wurde, können dort den Antrag stellen. Privat Pflegeversicherte nehmen Kontakt zu ihrer privaten Pflegeversicherung auf.

Um für sich die geeignete Pflegeform zu finden, sollte auch selbst eingeschätzt werden, ob die Pflege zu Hause längerfristig durch Angehörige erfolgen kann. Zu den wichtigen Überlegungen gehört, in welchem Umfang die Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes erforderlich sein könnte oder ob eine stationäre Pflege notwendig wird. In jedem Fall sollten sich die Betroffenen und ihre Angehörigen über geeignete Angebote zur Unterstützung informieren und beraten lassen.

Um die Pflegeangebote gut vergleichbar zu machen, stellen die Landesverbände der Pflegekassen Vergleichslisten mit den Leistungen und Preisen von Pflegeeinrichtungen bereit. Auch die nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag sind hier aufgelistet. Diese Listen sind online zu finden oder können in gedruckter Form für den Einzugsbereich der antragstellenden Person bei der Pflegekasse oder den Pflegestützpunkten angefordert werden.

Sobald der Antrag vorliegt, gibt die Pflegekasse bzw. das private Versicherungsunternehmen ein Gutachten in Auftrag, um die individuelle Pflegebedürftigkeit festzustellen. Generell müssen Anträge auf Pflegeleistungen innerhalb von 25 Arbeitstagen bearbeitet werden. Unter bestimmten Voraussetzungen gilt für das Gutachten eine kürzere Frist von einer oder zwei Wochen.

Antrag auf Pflegeleistungen: Wo kann ich mich beraten lassen?
Wer versichert ist und einen Antrag auf Pflegeleistungen stellt, hat Anspruch auf frühzeitige und umfassende Beratung durch die Pflegeberaterinnen und Pflegeberater der Pflegekasse oder des Pflegestützpunkts. Als unabhängige Tochter sichert die compass private pflegeberatung GmbH den Pflegeberatungsanspruch aller Privatversicherten. Dieser Anspruch gilt auch für Angehörige und weitere Personen, etwa ehrenamtliche Pflegepersonen, sofern die pflegebedürftige Person zugestimmt hat.

Die Pflegekasse, der Pflegestützpunkt oder das private Versicherungsunternehmen bieten unmittelbar nach der Antragsstellung einen Termin für die Pflegeberatung an. Er soll innerhalb von zwei Wochen nach Antragstellung stattfinden. Zusätzlich werden eine persönlich zuständige Pflegeberaterin oder ein persönlich zuständiger Pflegeberater benannt. Möglich ist auch, dass die Pflegekasse oder die private Pflege-Pflichtversicherung einen Beratungsgutschein für unabhängige Beratungsstellen ausstellt. Der Gutschein kann ebenfalls innerhalb der Zwei-Wochen-Frist eingelöst werden.

Die Pflegeberatung kann zu Hause erfolgen, aber auch in einer stationären Pflegeeinrichtung, im Krankenhaus oder in einer Rehabilitationseinrichtung.

Was ist der digitale Pflegeleistungshelfer?

Einen ersten Überblick über mögliche Leistungen der Pflegeversicherung bietet auch der digitale Pflegeleistungshelfer des Bundesministeriums für Gesundheit.

Dieses Online-Angebot gibt mit einem interaktiven Fragenkatalog konkrete Antworten, welche Leistungen der Pflegeversicherung in der individuellen Situation möglich sind und wie sie beantragt werden können.

Ethisch handeln in der Pandemie

Was ist zu tun, wenn Angehörige die Durchführung von Corona-Schnelltests ablehnen oder Bewohner Körperkontakt mit Ihren Partnern wünschen? Diesen und ähnlichen Fragen hat sich nun die Ethikkommission der Pflegekammer Niedersachsen angenommen und einen Leitfaden mit Tipps herausgebracht.

Hintergrund: Die gesellschaftliche Katastrophe der CoVID‐19‐Pandemie stellt Einrichtungen der stationären Altenpflege und deren Mitarbeitende vor besondere Herausforderungen. Die in Pflegeeinrichtungen lebenden Menschen sind aufgrund ihres Alters und oftmals aufgrund von Vorerkrankungen besonders gefährdet, einen schweren Verlauf von COVID‐19 zu erleiden. Dieses erfordert weitreichende Schutzmaßnahmen in den Pflegeeinrichtungen. Eine vollständige Isolation aller Bewohner:innen ist jedoch weder realistisch noch erstrebenswert. Mitarbeitende in Pflegeeinrichtungen erleben in dieser Situation, dass ihre fürsorgliche Haltung sowie ihre fachliche Kompetenz bis über die eigene Belastungsgrenze hinaus gefordert werden.
Zielsetzung: Die Ethikkommission möchte mit ihren Empfehlungen Denkanstöße und Entscheidungsgrundlagen für die unterschiedlichen Akteur:innen der stationären Altenpflege bieten. Im besonderen Maße wendet sie sich an Einrichtungsleitungen und pflegerische Mitarbeitende. Es sollen konkrete Hilfestellungen gegeben und exemplarische Situationen aus einer ethischen Perspektive betrachtet werden.

Empfehlungen: Eine Konkretisierung der Empfehlungen erfolgt innerhalb des Ethikstandpunktes.
a) Das Risiko einer Infektion in der Einrichtung sollte größtmöglich minimiert werden. Um möglichst viele Freiheitsrechte der Bewohner:innen und Mitarbeitenden aufrecht zu erhalten, müssen Infektionen zeitnah bei Bewohner:innen und Mitarbeitenden identifiziert werden.

b) Angehörigenbesuche stellen für Bewohner:innen eine wesentliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben dar. Es muss ein Ziel der Pflege sein, Bewohner:innen solche Sorge‐Beziehungen
weiterhin zu ermöglichen.

c) Bewohner:innen können in Ausübung ihres Rechts auf Selbstbestimmung ein hohes Schutzniveau ablehnen. Ihnen sind die gewünschten Freiheitsrechte zu gewähren, soweit eine Gefährdung anderer Personen in der Einrichtung nicht wahrscheinlich ist.

d) Die besondere Situation von Menschen mit Demenz erfordert es, sie vor einer Infektion und vor sozialer Isolation oder Deprivation zu schützen. Rechte, wie das Grundrecht auf Teilhabe, sind
auch bei diesen Bewohner:innen nur in begründeten Einzelfällen einzuschränken.

e) Den besonderen Bedürfnissen sterbender Bewohner:innen und ihrer Angehörigen sind nachzukommen. Angesichts der hohen Belastungen der Mitarbeitenden ist es wichtig, auf Unterstützungsangebote der ambulanten Palliativversorgung und ehrenamtlicher ambulanter Hospizdienste zurückzugreifen.

f) Mitarbeitende sollten im Sinne der Resilienzbildung in ihrer fachlichen Kompetenz bestätigt und in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt werden. Eine psychosoziale Begleitung und Betreuung der
Mitarbeitenden sollten stets gewährleistet sein. Der Schutz der Mitarbeitenden ist uneingeschränkt zu gewährleisten.

Immer mehr Auszubildende brechen Pflegeausbildung ab

Die Bundes­pflege­kammer (BPK) hat darauf hingewiesen, dass die Zahl der Ausbildungsabbrüche in der Pflege steigt. „Die Berichte nehmen zu, wonach seit Beginn der Pandemie die Anzahl der Auszu­bil­denden, die ihre Ausbildung vor dem Abschluss beenden, noch höher ist als in den Jahren davor“, schrieb die Kammer gestern in einer Mitteilung.

Die Zahl der Abbrüche liege bei 28 Prozent, erklärte gestern die Vize-Präsidentin des Deutschen Pflege­rates (DPR), Christine Vogler, bei der Eröffnung des virtuellen Kongresses Pflege 2021. Ausschlaggebend dafür seien auch die extrem herausfordernden Erfahrungen während der praktischen Einsätze, erklärte Franz Wagner, DPR-Präsident und Präsidiumsmitglied der BPK, in der Mitteilung.

„Ich werde leider viel zu oft mit Aussagen von Pflegeschülern konfrontiert, dass sie wie ausgebildetes Personal arbeiten müssen. Das darf nicht sein. Wir vergraulen sonst unsere Zukunft, indem wir sie heillos überfordern“, so Wagner.

Unterricht im Coronamodus

„Man muss die Pflegeschüler dort abholen, wo sie stehen und ihnen nicht noch weitere Last und Verant­wortung aufbürden, indem man sie wie eine bereits ausgebildete Pflegefachperson einsetzt“, forderte Wagner. Die hoch motivierten jungen Menschen, die sich im vergangenen Jahr für die Pflege­ausbildung entschieden haben, müssten sowieso schon Kompromisse eingehen.

Denn seit Beginn der Coronapandemie hätten sich die Bedingungen in der neuen generalistischen Pfle­geausbildung per se erschwert. „Der theoretische Unterricht findet auch an Pflegeschulen im Corona­mo­dus digital statt, die Inhalte insgesamt sind neu und umfassender und auch die Praxisanleitung findet in Zeiten von Personalengpässen nicht den Rahmen, den sie eigentlich haben müsste“, so Wagner.

Streit um Vorschlag von Spahn und Giffey

Vor diesem Hintergrund kritisierte Wagner den Vorschlag von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) und Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey (SPD), die Auszubildenden bei der Testung von Pflegeheimbewohnern auf COVID-19 einzusetzen. „Das ist das falsche Signal an die Berufsgruppe, die den Glauben an eine Verbesserung der Lage verliert“, meinte Wagner.

Youtube-Miniserie „Ehrenpflegas“

Kennst du schon die neue Mini-Serie “Ehrenpflegas” auf Youtube? Die Serie in 5 Episoden soll vor allem junge Erwachsene zwischen 14-25 Jahren ansprechen und kommt bei diesen bisher gut an.
?Die erste Folge findest du hier: https://www.youtube.com/watch?v=UTfzX03z4r4

Was ist ein Containment Scout?

Um Infektionsketten zu unterbrechen ist es wichtig, Kontaktpersonen von bestätigten COVID-19-Fällen zu ermitteln und nachzuverfolgen. Für diese personal- und zeitaufwändige Aufgabe ist das Gesundheitsamt vor Ort zuständig. Das Robert Koch-Institut hat im Frühjahr 2020 rund 500 sogenannte Containment Scouts ausgebildet, um das Gesundheitsamt bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Das sind i. d. R. Studierende der Medizin oder anderer Gesundheitswissenschaften, die zunächst durch RKI-Materialien geschult werden, dann vor Ort in den Gesundheitsämtern arbeiten und insbesondere dabei helfen sollen, Kontaktpersonen effektiver nachzuverfolgen. Ihr Einsatzgebiet wurde nach einem Schlüssel auf die Bundesländer verteilt.

Corona außer Kontrolle geraten

Die sind die neuen Regeln, die ab dem 16. Dezember bundesweit gelten:
❗️Ausnahmen im Einzelhandel
Von der Geschäftsschließung ausgenommen sind nach dem Beschluss von Bund und Ländern unter anderem: der Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte für Lebensmittel, Direktvermarkter von Lebensmitteln, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Fahrradwerkstätten, Banken und Sparkassen.
❗️Kontakte werden minimal an Weihnachten gelockert
Für Weihnachten sollen nach dem Beschluss die strengen Regeln für private Kontakte – maximal fünf Personen aus maximal zwei Hausständen – gelockert werden. Vom 24. bis zum 26. Dezember sind demnach zulässig: Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehende Personen zuzüglich Kinder im Alter bis 14 Jahre aus dem engsten Familienkreis, also Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft sowie Verwandte in gerader Linie, Geschwister, Geschwisterkinder und deren jeweiligen Haushaltsangehörige, auch wenn dies mehr als zwei Hausstände oder fünf Personen über 14 Jahre bedeutet.
❗️Kitas und Schulen werden geschlossen oder eingeschränkt betrieben
Neun Monate nach dem ersten Corona-Lockdown an Kitas und Schulen sollen die meisten Einrichtungen nun ebenfalls überall in Deutschland geschlossen oder nur noch eingeschränkt betrieben werden. Merkel und die Ministerpräsidenten vereinbarten, dass Schüler und Kita-Kinder spätestens ab Mittwoch für zunächst dreieinhalb Wochen zu Hause bleiben sollen.
❗️Silvester und Neujahr wird still
An Silvester und Neujahr wird in Deutschland angesichts der sich ausbreitenden Corona-Pandemie ein bundesweites An- und Versammlungsverbot gelten. Zudem werde der Verkauf von Feuerwerk vor Silvester grundsätzlich verboten.

Situation in der Pflege verbessern

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat davor gewarnt, dass die Personalnot in der Pflege zunehmen werde, wenn sich Bezahlung und Arbeitsbedingungen nicht verbesserten. Die Pflegekräfte sind zu Beginn der Coronakrise hochgejubelt und für systemrelevant erklärt worden. Es müsse sich jetzt dringend etwas an der Situation in der Pflege verbessern, denn sonst kann es passieren, dass sie in der Coronazeit noch durchhalten wollen und sich dann einen anderen Job suchen.

Corona: Was ist im Umgang mit Demenzpatienten und -patientinnen zu beachten?

? CORONA-WISSEN: Was ist im Umgang mit Demenzpatienten und -patientinnen zu beachten?
Häufig zählen Demenzpatienten und -patientinnen durch ihr höheres Alter zur Risikogruppe. Hier ist besondere Vorsicht geboten. Hygienemaßnahmen sollten verstärkt beachtet werden.

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Mehr Männer, mehr Teilzeit

Mehr Männer, mehr Teilzeit! ??‍⚕️
2019 machten Frauen rund 75% der Beschäftigten in der Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen aus. Allerdings ist speziell in Pflegeheimen der Männeranteil auf 23% gestiegen. Die steigende Zahl ist vor allem der Arbeitszeit geschuldet, da mittlerweile auch Männer häufiger in Teilzeit arbeiten. Männliche Teilzeitbeschäftigte arbeiten in Heimen durchschnittlich 28,3 Stunden pro Woche.